Die POLLI-Mitarbeiter-App verbindet alle Teams auch ohne Diensthandy und E-Mail
Mehr als 3.500 Mitarbeitende, 69 Standorte und viele Kolleginnen und Kollegen ohne festen Computerarbeitsplatz: Wie interne Kommunikation unter diesen Voraussetzungen gelingt, zeigten Michaela Gold und Chris Helmberger von der ASFINAG im LOLYO SUCCESS-talk.
Der Live-Talk zum Nachschauen
Die ASFINAG plant, finanziert, baut und betreibt das österreichische Autobahnen- und Schnellstraßennetz. 3.504 Mitarbeitende sind an 69 Standorten im Einsatz – in Autobahnmeistereien, Verkehrsmanagementzentralen, Mautstellen und Büros. Sie betreuen 2.278 Kilometer Autobahn, 5.917 Brücken und 171 Tunnel. Die große Herausforderung für die interne Kommunikation: Nicht alle sitzen vor einem Computer oder verfügen über ein Firmengerät. Genau diese Lücke schließt die Mitarbeiter-App POLLI.
![]()
POLLI bringt die ASFINAG in die Hosentasche
Seit Juni 2025 bündelt das mobile Social Intranet wichtige Informationen, Austausch und praktische Service. Der Name geht auf das ASFINAG-Maskottchen zurück: den kleinen Pylonen, der im Unternehmen längst positiv besetzt ist. So wurde daraus, wie Michaela Gold erzählte, „der POLLI für die Hosentasche“. Im Juli 2026 waren 2.192 Mitarbeitende registriert, allein in diesem Monat verzeichnete die App 23.380 Zugriffe.
Rund 30 Prozent greifen über private Geräte zu – freiwillig und auch ohne Firmenhardware.

Mitarbeiter-App beim Start auf allen Kanälen präsent
Damit möglichst viele Mitarbeitende von POLLI erfahren, setzte die ASFINAG auf eine breite Einführungskampagne. Plakate an allen Standorten führten per QR-Code direkt zum Download. Intranet-News, Infoscreens, ein How-to-Video und die Mitarbeitendenzeitung begleiteten die Registrierung. Bei Sommerfesten, Tagungen, Welcome Days und einem Fußballturnier war das Team mit einer Roadshow vor Ort.
Ein Kernteam aus unterschiedlichen Gesellschaften und Regionen unterstützte als Multiplikator. Besonders begehrt waren die ASFINAG-Sonnenbrillen, die es als Dankeschön für die Registrierung gab. „Wir haben alle Kanäle gewählt – offline und online – und so richtig die Werbetrommel gerührt“, fasste Michaela Gold den Start zusammen.

Generationen verbinden und zum Posten ermutigen
Wie sich eine interne Kampagne über POLLI weiterentwickeln lässt, zeigte das Generationenmanagement. Vier Videos brachten zunächst jeweils zwei Generationen miteinander ins Gespräch. Danach suchten Mitarbeitende mit Aktionskarten ihr persönliches Generationenmatch, machten gemeinsame Fotos und teilten sie in der App.
Die Aktion sorgte nicht nur für viele Bilder und Kommentare. Sie nahm auch die Scheu vor dem eigenen Posting. „Durch diese Generationenkampagne haben sie sich dann getraut, selbst zu posten“, berichtete Chris Helmberger.

Individuelle Gestaltung und relevante Infos für jeden Standort
Die Standortseiten orientieren sich nicht an Gesellschaften oder Abteilungen, sondern am tatsächlichen Arbeitsort. Dort finden Mitarbeitende genau das, was sie vor Ort brauchen: vom Menüplan über Informationen zu Besprechungsräumen bis zu standortspezifischen Dokumenten und Veranstaltungen.
Für Michaela Gold steckt dahinter auch ein klares Ziel für die Unternehmenskultur: „Wir sind eine ASFINAG und wollen dieses Miteinander auch spürbar leben.“ Die Mitarbeiter-App soll daher gemeinsame Unternehmen sichtbar machen und gleichzeitig Raum für die Besonderheiten der einzelnen Standorte geben.
Was am Standort los ist, kommt auf die Pinnwand
Auf den Pinnwänden wird interne Kommunikation ganz konkret: Ein Aufruf zum gemeinsamen Videodreh im Fußballtrikot, der nächste Besuch des Schwedenbomben-Frischedienstes oder vergünstigte Zirkuskarten erreichen direkt die richtigen Kolleginnen und Kollegen. Neben konzernweiten Pinnwänden gibt es eigene Bereiche für einzelne Standorte. Geschulte Redakteurinnen und Redakteure betreuen die Seiten, posten dürfen auf den Pinnwänden aber alle Mitarbeitenden selbst. So entsteht schneller, informeller Austausch dort, wo er gebraucht wird.

Social Intranet als Bühne für den Frontline-Alltag
In den Alltagsgeschichten zeigen Mitarbeitende selbst, was sie leisten und erleben – etwa eine Eis-Aktion an den Mautstellen, eine Tierrettung im Streckendienst oder die Überprüfung eines Silos. Wenn ein spannendes Erlebnis gemeldet wird, hilft Chris Helmberger mit einer kurzen Anleitung: „Mit vier Klicks hast du dein Posting reingestellt.“ Das schafft Wertschätzung nach innen und liefert zugleich authentische Einblicke für die externe Kommunikation.
„So entsteht für uns eine Win-Win-Situation, denn die Bilder und Inhalte nutzen wir dann auch für Social Media“, erklärte Michaela Gold im SUCCESS-talk.

Kleinanzeigen als Erfolgskonzept zum Mitmachen
Verkaufen, verschenken, tauschen oder auf ein privates Angebot aufmerksam machen: Die Kleinanzeigen wurden schnell zu einem beliebten Bereich. Häufig teilen Mitarbeitende bestehende Willhaben-Anzeigen und ergänzen ein Foto. Gerade weil diese Form des Postens vertraut ist, liegt die Hemmschwelle besonders niedrig. Und auch in nachrichtenärmeren Zeiten bleibt Bewegung in der App.
„Die Kleinanzeigen sind eine sichere Bank. Da geht immer was“, brachte Chris Helmberger die Erfahrung aus dem ersten Jahr auf den Punkt.

Gesundheitsangebote schnell und vertraulich erreichbar
Unter einer eigenen Rubrik bündelt POLLI die Angebote der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Dazu zählen kostenlose und vertrauliche Beratung für Mitarbeitende und Angehörige, Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen, der SkinScreener zur Hautvorsorge sowie Theraband-Übungen und Pausentrainings.
Auch die interne Podcastreihe „Reden wir drüber“ wird über die App verbreitet. Darin sprechen Mitarbeitende offen über schwierige Lebensphasen und überstandene Erkrankungen.

Benefits für alle statt nur für Büroarbeitsplätze
Gemeinsam mit Betriebsrat und Human Resources sichtete das Kommunikationsteam die bestehenden Benefits und machte alle relevanten Angebote auch über POLLI zugänglich.
Hotel-, Apotheken-, Versicherungs- oder Fitnessangebote sind damit ebenso mobil erreichbar wie externe Vorteilsplattformen. Wo bisher eine Firmen-E-Mail-Adresse oder ein Intranetzugang nötig war, ermöglichen nun direkte Zugänge oder Codes die Nutzung. Das ist besonders für jene Mitarbeitenden ein großer Pluspunkt, die keinen Computerarbeitsplatz haben.4
Mitarbeiterausweis und Visitenkarte immer dabei
Die digitale Visitenkarte überträgt Kontaktdaten per QR-Code direkt auf das Smartphone des Gegenübers. Gleichzeitig dient sie als digitaler Mitarbeiterausweis, der beispielsweise an Mautstellen vorgezeigt werden kann. Damit ersetzt POLLI zunehmend auch gedruckte Visitenkarten. Das Smartphone ist ohnehin dabei und mit ihm der Ausweis samt Kontaktdaten in der Hosentasche.
Wichtige Dokumente mobil griffbereit
Eine zentrale Dokumentenübersicht stellt Richtlinien, Handbücher und weitere wichtige Unterlagen bereit. Auch die Mitarbeitendenzeitung, die weiterhin nach Hause geschickt wird, kann digital in POLLI nachgelesen werden. Zusätzlich lassen sich für einzelne Standorte eigene Bibliotheken einrichten – etwa für Winterdienstpläne oder andere arbeitsrelevante Dokumente. Welche Bereiche dazukommen, richtet sich bewusst nach dem Bedarf aus der Belegschaft.
Gute Ideen direkt vom Einsatzort einreichen
Nach den ersten Monaten fragte die ASFINAG ihre Mitarbeitenden, was ihnen an POLLI gefällt und welche Funktionen sie noch brauchen. „Wir haben mit Basics gestartet“, erklärte Michaela Gold. Die Rückmeldungen wurden zur Grundlage für den weiteren Ausbau. Eine daraus entstandene Funktion ist die Innovationsecke: Wer unterwegs eine Idee hat, kann direkt ein Foto aufnehmen, eine kurze Beschreibung ergänzen und alles per Formular an den zuständigen Innovationsmanager senden. Dort startet der Bearbeitungsprozess, inklusive Rückmeldung an die einreichende Person.

Dienstplan checken und interne Chancen entdecken
Auch die Dienstplanansicht entstand aus einem konkreten Wunsch der Mitarbeitenden. Über eine Schnittstelle können Schichtdienstleistende nun auch zu Hause rasch prüfen, wann sie als Nächstes eingeteilt sind. Die Integration soll auf weitere Bereiche ausgeweitet werden. Interne Stellenangebote werden ebenfalls automatisiert in POLLI übernommen, noch bevor sie extern veröffentlicht werden. Interessierte können die Ausschreibung mobil öffnen und sich direkt über ein hinterlegtes Formular bewerben.
POLLI wächst mit den Bedürfnissen der Mitarbeitenden
Die nächsten Schritte stehen bereits fest: Künftige Mitarbeitende sollen nach der Vertragsunterzeichnung über ein Pre-Onboarding erste Informationen zum Einstieg erhalten. Auch karenzierte Kolleginnen und Kollegen sollen mit dem Unternehmen verbunden bleiben. Geplant sind außerdem Dienstpläne für weitere Bereiche, zusätzliche Personalservices und perspektivisch die Anbindung der Poolcar-Buchung. Die Entwicklung folgt dabei einem Prinzip, das sich durch den gesamten Talk zog: mit sinnvollen Grundlagen starten, zuhören und POLLI Schritt für Schritt um jene Services erweitern, die im Arbeitsalltag tatsächlich gebraucht werden.
Dialog in beide Richtungen
Die Erfahrungen der ASFINAG zeigen: Eine Mitarbeiter-App wird dann relevant, wenn sie nicht nur Informationen sendet, sondern einen konkreten Nutzen bietet und Mitarbeitende selbst zu Wort kommen lässt. Dafür braucht es mitunter einen kleinen Anstoß und vor allem Vertrauen. Chris Helmberger ermutigt neue Autorinnen und Autoren deshalb ganz bewusst: „Du kannst dein Posting jederzeit löschen oder bearbeiten. Das ist deins und du kannst nichts falsch machen.“ Denn für sie ist klar: „Pinnwände zum Austausch müssen unbedingt da sein.“ So wird aus einem digitalen Informationskanal ein Ort für Kommunikation in beide Richtungen – und aus vielen Standorten ein gemeinsames Wir.
Tipp: Die vollständige Präsentation zum SUCCESS-talk finden Sie in der talks at work-Community.
100%
mobile Nutzung
30% BYOD
auf privaten Geräten dabei
~23.400
Zugriffe pro Monat
1/3
ohne Diensthandy und Firmen-E-Mail0
Jetzt Newsletter abonnieren!
Frischer Content aus den Bereichen HR und interne Kommunikation – monatlich in Ihrem Postfach.